Schon in der Vergangenheit hatte ich immer wieder mit großen Gewichtsschwankungen zu kämpfen. Wenn ich diszipliniert bin, kann ich gut abnehmen, aber ich kann eben auch sehr ungezügelt essen und dann extrem schnell, viel Gewicht aufbauen. Mein Lebensstil war damals einfach daran angepasst und ich habe das gar nicht als große Einschränkung wahrgenommen. Familie und Arbeit standen immer im Vordergrund, auf mich selbst habe ich nicht geachtet.
Während Corona ging das Gewicht dann aber total durch die Decke – im Maximum lag ich bei fast 186 kg. Dass das Ganze wirklich eine Krankheit ist, wurde mir zum ersten Mal bei der Corona-Impfung bewusst. Ich wurde in die zweithöchste Risikogruppe eingeteilt und die Impfärztin fragte mich, ob ich neben Adipositas Grad 3 noch andere schwerwiegende Erkrankungen hätte. Trotzdem hat es noch fast drei weitere Jahre und ein paar zusätzliche Augenöffner-Momente gebraucht, bis ich endlich den langfristigen Turnaround hingelegt habe. Ich wollte das meiner Familie und mir einfach nicht mehr antun.
Der Startpunkt war der Entschluss den Job zu wechseln und das ungesunde Umfeld zu verlassen. Ich habe die Kündigungs- und Bewerbungsphase genutzt, um meine Ernährung umzustellen und anzufangen, an mindestens 5, meistens sogar 7 Tagen die Woche Sport zu machen. Da ich Frühaufsteher bin, machte es am meisten Sinn, gleich morgens gegen 5 Uhr zu trainieren. Angefangen hat alles mit ein paar Minuten auf einem Rudergerät im heimischen Fitnesskeller – frei nach dem Motto: „10 Minuten sind mehr, als wenn ich es gar nicht mache.“ Ich habe nicht lange überlegt, ob das jetzt das Beste oder Effizienteste ist, sondern einfach gemacht. Die Lieblingsserie wurde von nun an im Keller beim Cardiotraining angeschaut. Nebenbei bemerkt: Telkos oder interaktive Fortbildungen lassen sich je nach Thema auch hervorragend auf dem Ergometer erledigen.
Durch den viel aktiveren Alltag und die Ernährungsumstellung habe ich im ersten Jahr gut 40 kg abgenommen. Die 146 kg waren ein riesiger Erfolg, aber natürlich war ich damit immer noch mitten im Adipositas-Bereich. Mein nächstes Ziel: die 120 kg knacken.
In den darauffolgenden anderthalb Jahren blieb das Sportpensum und die Intensität gleich oder stieg sogar, aber die Ernährung lief mal gut, mal schlecht. Ich pendelte mich lange Zeit bei gut 130 kg ein und war eigentlich halbwegs zufrieden damit, das Gewicht zumindest zu stabilisieren. Bis ich dann Anfang 2026 nach Weihnachten plötzlich wieder bei 142 kg landete. Ich hatte mir geschworen, nie wieder eine Zahl über 140 auf der Waage zu sehen, und war extrem unzufrieden mit mir. Mit etwas Disziplin war ich zwar schnell wieder drunter, aber mir fehlten einfach die Zeit und das Wissen, um im Training den nächsten Schritt zu machen. Ich hatte mir über YouTube und das Internet zwar einiges an Hintergrundwissen angeeignet und meine Playlist war voll von Sportübungen. Aber vieles davon habe ich nur ein- bis zweimal ausprobiert. Informationen gibt es online endlos, aber wie verbinde ich das alles zu einem sinnvollen Plan?
Genau in dieser Phase bin ich bei LinkedIn auf Chris gestoßen. Wir haben vor Pfingsten viel geschrieben, ich habe ihm am Telefon meine Situation geschildert und schnell gemerkt: Das ist genau das, was ich brauche. Plötzlich hatte ich Struktur im Kellerprogramm und sogar Trainingspläne für Dienstreisen. Es war nicht mehr einfach nur „eine Stunde Sport im Keller“, sondern ein Plan, der aufeinander aufbaut und Progression hat. Eine bittere Erkenntnis dabei: Ich war weitaus unfitter als gedacht, vor allem was Koordination und Core-Stabilität anging. Kardiovaskulär hatte ich zwar ein gutes Gerüst, aber auch noch echte Schwachstellen. Nach 6 Wochen im Kraft-Ausdauer-Bereich sind wir dann in die Hypertrophie gewechselt. Das hat richtig Bock gemacht und nochmal zusätzliche Motivation gebracht. Mittlerweile ist mein Keller mit Kabelzug, Airbike, Kurzhanteln usw. für mich perfekt ausgestattet. Ich bin natürlich immer noch stark übergewichtig, keine Frage, und das weiß ich auch. Aber mein Körper hat durch das Hypertrophie-Training deutlich an Definition gewonnen.
Ich habe in der Zeit mit Chris aber auch gelernt, dass Pausen für mich und auch für meinen Körper wichtig sind. Dass ich mir auch mal selbst verzeihen muss und das ein oder andere nicht ganz so verbissen sehen darf. Einfach „trust the process“. Manchmal erfordert das ordentlich Durchhaltevermögen, gerade wenn es auf der Waage mal nicht so wie erwünscht vorangeht... aber der Fortschritt kommt.
Gleichzeitig wusste ich aus eigener Erfahrung: Das Gewichtsziel erreiche ich nicht im Keller, sondern hauptsächlich in der Küche. Auch wenn ich mich anfangs nicht so recht darauf einlassen wollte, habe ich über Chris’ App meine Kalorien getrackt. So habe ich ein noch viel besseres Gefühl dafür bekommen, was wie und wo eigentlich reingeht und wo mein Verbrauch ist, meine Kalorienbilanz eben. Ich kann mit viel Disziplin viel erreichen und ja, es gehört auch ein Verzicht dazu. Aber mal ehrlich: Alles ausnahmslos zu essen, hat nicht unbedingt was mit Freiheit zu tun, vor allem, wenn es um ungesunde Lebensmittel geht. Von daher ist sich Bewusst machen was man isst, denke ich wichtiger und besser, als es als reinen Verzicht zu sehen. Natürlich war in der Zeit auch mal die ein oder andere Ernährungsentgleisung dabei. Aber will man das im Check-in wieder erklären oder verkneift man es sich doch und bleibt fokussiert? Das ist für mich ein großer Vorteil des Coachings gewesen.
Die magische Schwelle der 130 kg war so schnell erreicht, und die Muskelmasse blieb dabei ziemlich stabil. Nach rund 3 Monaten stand dann endlich die 2 als zweite Ziffer auf der Waage. Mein neues Ziel: Ich möchte nie wieder eine Zahl über 130 sehen.
Das Personal Training haben wir vorerst bei 124,8 kg beendet, da bei mir 2 OPs anstehen, die mich zu einer gewissen Trainingspause zwingen werden. Ich habe in der Zeit nicht einfach nur über 15 kg abgenommen. Ich hatte einen tollen Buddy an meiner Seite gehabt, der auch immer noch da ist. Der einem mit Rat und Tat zur Seite steht und selbst seinen Alltag mit Familie und Job zu managen hat. Das hat alles auch realistischer und greifbarer gemacht. Er hat meine Trainingsfehler bei mir daheim im Keller korrigiert – so konnte ich mit meinem bewährten Setup weitermachen, meine Routinen weiter ausbauen und es einfach aufs nächste Level heben.
Wenn ich heute zurückblicke, habe ich in den letzten Jahren extrem viel an Lebensqualität zurückgewonnen. Es ist ein großartiges Gefühl und macht mir riesige Freude, mit meinem Sohn beim Fahrradfahren, Schwimmen und Co. wieder richtig sportlich aktiv sein zu können.
Das Ziel ist mittlerweile auf 115 kg justiert. Es ist also immer noch was zu tun. Ich freue mich auf die nächsten Schritte und mein weiter aktives Leben. Da geht noch mehr... packen wir es an!
— Nico
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